
Songs und Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan | Konzept von Robert Wilson | Textfassung von Anne Christin Rommen und Wolfgang Wiens
Anlässlich des 175. Todesjahres von Georg Büchner
Inszenierung Malte Kreutzfeldt
Musikalische Leitung Michael Erhard
Bühne und Kostüme Nikolaus Porz
mit Simon Köslich (Woyzeck), Maika Troscheit (Marie), Uwe Zerwer (Doctor), Hubert Schlemmer (Hauptmann), Andreas Manz (Tambourmajor), István Vincze (Andres), Aart Veder (Ausrufer), Matthias Kleinert (Karl, ein Narr), Sonja Mustoff | Margit Schulte-Tigges (Nachbarinnen)
Musik Michael Erhard (Klavier | Akkordeon | Marimbaphon), Max Sonnabend, Robert Strobel (Schlagzeug), Dieter Kociemba, Christoph Stadtler (Gitarre | Banjo), Wolfgang Ritter, Frank Willi Schmidt (Kontrabass), Jens Hunstein, Stefan Völker (Saxophon | Klarinette), Andreas Weil, Frank Vogel (Posaune), Angela Elsässer (Violoncello)
Kargen Lohn erhält Woyzeck vom Hauptmann und vom Doktor. Den einen muss er rasieren, dem anderen ist er medizinisches Versuchsobjekt. Zulage gibt es nur für wohlgefälliges Verhalten oder interessante Bewusstseinsveränderungen. Um seine Geliebte Marie und ihren gemeinsamen Sohn zu ernähren, wird Woyzeck immer mehr zum Getriebenen seiner eigenen Lebensumstände. Zunehmend plagen ihn Wahnvorstellungen. Vom Hauptmann schikaniert, vom Doktor zu fragwürdigen Experimenten missbraucht, vom Tambourmajor verhöhnt und von Marie betrogen, ersticht der derart erniedrigte Woyzeck schließlich seine Geliebte.
Die Geschichte des Soldaten Woyzeck, basierend auf einem realen Fall, vom dreiundzwanzigjährigen Georg Büchner 1836 fragmentarisch skizziert und 1913 in München uraufgeführt, erhebt erstmals einen Proletarier zum Protagonisten einer sozialen Tragödie.
Nach ihrem legendären Welterfolg mit dem Rockmusical The Black Rider hat sich das kongeniale Duo Wilson/Waits Büchners Woyzeck angenommen. Die Bearbeitung des Stoffes durch den Bildermagier Robert Wilson und den Rockpoeten Tom Waits macht aus der büch-nerschen Tragödie ein schaurig-schräges Musical mit hohem Unterhaltungswert. Entscheidenden Anteil daran haben die Songs von Tom Waits mit den Texten von Kathleen Brennan unter dem unverkennbaren Einfluss Kurt Weills. Ein Soundtrack zwischen Jazz, Pop, Rock und Blues. Ohrwurmfaktor garantiert.