Effi Briest
Peter Hailer und Bernd Schmidt nach dem Roman von Theodor Fontane
Inszenierung Peter Hailer
Bühne und Kostüme Martin Fischer
Heinz Kloss (Briest), Christina Kühnreich (Luise von Briest), Anne Hoffmann (Effi), Matthias Kleinert (Geert von Innstetten), Harald Schneider (Alonzo Gieshübler), Julia Hansen/ Maika Troscheit (Marietta Trippelli), Andreas Vögler (Major von Crampas), Siham Mosleh (Roswitha), Andreas Manz (Geheimrat Wüllersdorf)
Effi sitzt auf der Schaukel. Mit ausgestreckten Beinen strebt sie dem blauen Himmel zu. Unbeschwert und harmonisch ist das Leben der Siebzehnjährigen auf dem elterlichen Gutshof. Da tritt Geert von Instetten in ihr Leben. Den gesellschaftlichen Verpflichtungen entsprechend ist der ehrgeizige Beamte auf der Suche nach einer repräsentativen Ehefrau. Effi von Briest, voller natürlichem Charme und aus bester Familie, entspricht seinen Vorstellungen. Instetten hält um Effis Hand an. Voller Neugierde auf das wahre Leben verlässt Effi ihre Schaukel und nimmt den Antrag des zwanzig Jahre älteren Mannes an, der einst der Verehrer ihrer Mutter war.
In einer Dreifachfunktion als "Frau Landrat", treusorgende Gattin und liebende Mutter findet sie sich alsbald in einer idyllischen Provinzstadt wieder. Doch Instettens Karrieredenken und Pflichtbewusstsein verhindern ein liebevolles Familienleben und sind mit den Bedürfnissen seiner jungen Frau selten vereinbar. Sein alter Freund Major von Crampas sowie der Hund Rollo werden zu Effis verlässlichsten Bezugspersonen. Mit dem Jugendfreund ihres Mannes verbindet Effi mehr als eine Seelenverwandtschaft – mehr auch als ihr lieb sein kann und darf. Die Versetzung Instettens in ein Ministerium nach Berlin kommt daher nicht ungelegen. Als dieser einige Jahre später zufällig von dem vergangenen romantischen Verhältnis erfährt, fordert er Crampas zum Duell und tötet ihn. Er verstößt Effi, der auch das Sorgerecht für die Tochter entzogen wird. Von der Gesellschaft geächtet, stirbt sie "an gebrochenem Herzen". Ihr Vater weiß seiner sich ob einer Mitschuld am Schicksal ihres Kindes grämenden Gattin nur zu sagen: "Ach Luise, lass ... das ist ein zu weites Feld."
Fontanes Roman aus dem Jahr 1895 hatte seinerzeit enorme gesellschaftliche Brisanz und gilt als eines der Hauptwerke des poetischen Realismus.

Premiere 28. Mai 2011 | Kleines Haus
Vorstellungsdauer etwa 2 Stunden, 30 Minuten (inkl. eine Pause)
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