
Musikalische Leitung Gerd Albrecht (18.2.2012) | Ralf Weikert (8.4.2012)
Inszenierung John Dew
Bühne Heinz Balthes
Kostüme José-Manuel Vázquez
Christian Voigt (Siegfried) | Leonid Zakhozhaev (Siegfried, 8.4.2012), Norbert Schmittberg (Mime), Ralf Lukas (Der Wanderer), Olafur Sigurdarson (Alberich), Thomas Mehnert (Fafner), Elisabeth Hornung (Erda), Katrin Gerstenberger (Brünnhilde), Aki Hashimoto | Margaret Rose Koenn (Die Stimme des Waldvogels)
Siegfried, der Sohn des Geschwisterpaares Siegmund und Sieglinde, wächst elternlos unter der Obhut des Zwergs Mime auf, der mittels seines Ziehsohnes in den Besitz des Rings zu gelangen trachtet. Den jungen Siegfried drängt es nach Abenteuern und nachdem es ihm gelungen ist, das Schwert Nothung neu zu schmieden, stürmt er, begierig das Fürchten zu lernen, hinaus in den Wald, wo Fafner in der Gestalt eines Drachen den Nibelungenhort und den Ring be-wacht. Vor dessen Höhle lauern indessen auch Wotan, der nur noch als Wanderer umherstreift, und Alberich, Mimes Bruder. Siegfried, der den Drachenkampf besteht und Fafner tötet, kommt mit dem Drachenblut in Berührung, wodurch er die Sprache eines Waldvogels verstehen kann. Der rät ihm, sich Ring und Tarnhelm zu sichern, warnt ihn vor Mime, der Siegfried nach dem Leben trachtet, und weist den Helden auf die von Feuer umlodert auf dem Walkürenfelsen schlafende Brünnhilde hin. Dort muss Siegfried zunächst die Auseinandersetzung mit dem Wanderer bestehen, der sich ihm, wie um sein eigenes Ende zu besiegeln, in den Weg stellt. Mit Nothung zerschlägt Siegfried eben jenen Gesetzesspeer des Gottes, an dem einst das Schwert seines Vaters Siegmund zerbrochen war. Der Weg zu Brünnhilde ist somit frei. Siegfried erweckt die Schlafende mit einem Kuss zu neu erwachendem Leben und leidenschaftlicher Liebe. Zwischen den dramatischen Stoffen der Walküre und der Götterdämmerung erscheint der märchenhaft-heitere Siegfried wie das Scherzo der Tetralogie, voll lyrischer Stimmungsmalerei und Naturpoesie – man denke an das Waldweben oder den Gesang des Waldvogels –, doch nicht ohne dramatische Höhepunkte – Siegfrieds Drachenkampf und ein sich zu ekstatischem Jubel aufschwingendes Liebesduett- Finale, das indessen für den letzten Teil der Tetralogie wiederum eine dramatische Fallhöhe vorgibt.